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Zuletzt aktualisiert 20.10.2026
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Das Pferd steht in Europa

Über trojanische Pferde in unseren Protesten, unseren Werten und unseren Feeds

· Essay · ca. 30 Min. Lesezeit

1 · Der Impuls und mein Irrtum

Am 17. Oktober 2026 sah ich die ersten Bilder aus Frankreich. Rauch über den Straßen, brennende Autos, Tränengas, zerschlagene Schaufenster. Dazu die Zahl, die sofort im Feed auftauchte: Hunderttausende auf der Straße, in fast neunzig Städten. Mein erster Gedanke kam schnell. Er war klar. Und er war falsch. Mein zweiter Gedanke war schlimmer, und auf ihn komme ich noch zurück.

Ich dachte: Palästina. Gaza. Der Krieg, der seit drei Jahren die Debatten in Europa vergiftet. Ich dachte an Parolen, an Fahnen, an die üblichen Bilder. Ich hatte den Post im Kopf schon fertig: Europa brennt, weil der Nahostkonflikt jetzt auch bei uns auf der Straße steht.

Dann habe ich nachgeprüft.

Das französische Innenministerium zählte rund 550.000 Menschen, davon etwa 110.000 in Paris [1]. Der Anlass war Gaza nicht. Es ging um Schulen, um Lehrermangel, um Preise, um Sparpolitik. Um Menschen, die spüren, dass ihnen das eigene Land unter den Füßen wegrutscht.

Da lag ich falsch.

Aber mein Irrtum kam nicht aus dem Nichts. Er kam aus einem Feed, der Wut schneller liefert als Zusammenhänge. Und genau da fängt die eigentliche Geschichte an. Es ging um Schulen. Am Ende brannte ein Rathaus.


2 · Was passiert ist – und wie ein Protest gekapert wird

Gleich vorweg, damit es aus dem Raum ist: Ja, Frankreich hat eine Protestkultur. Gelbwesten, Rentenreform, Banlieues 2005 und 2023 – wir haben da schon einiges gesehen. Und auch heute werden viele Franzosen eher dem Staat die Schuld geben als denen, die auf der Straße waren. Das ist mein Eindruck, Umfragen nach dem 17. Oktober gibt es noch keine.

Aber das hier hat eine neue Dimension. Und ich glaube, es kippt. Die Dynamik verändert sich, nicht nur in Frankreich. Schau nach Deutschland: die AfD in Sachsen-Anhalt bei 43,8 Prozent [13]. Schau nach Italien: Giorgia Meloni regiert seit 2022. Und schau nach Frankreich selbst: Marine Le Pen ist seit dem Berufungsurteil vom Juli 2026 wieder wählbar, die Präsidentschaftswahl ist im April und Mai 2027 [54]. Schon vor einem Jahr sahen Umfragen ihren Kronprinzen Jordan Bardella in jedem getesteten Stichwahl-Duell vorn, mit 53 bis 74 Prozent [55]. Wenn ich heute eine Prognose abgeben müsste, nur um sie mal in den Raum zu werfen: Le Pen an der 60-Prozent-Marke. Das ist keine Zahl aus einer Umfrage. Das ist mein Bauchgefühl nach diesem Wochenende.

Was danach kam, hatte mit Schulen nichts mehr zu tun. Bis zum 19. Oktober wurden rund 2.400 Menschen festgenommen, fast 1.000 Sicherheitskräfte verletzt [1]. In Limoges brannte das Rathaus aus. Ein Mensch starb. Präsident Macron sprach von Randalierern, die „die Republik stürzen" wollten. Premierminister Lecornu und seine Regierung machten Ultralinke und Kriminelle verantwortlich [1]. LFI-Gründer Jean-Luc Mélenchon drehte es um: Schuld sei allein die Regierung [1].

Fairerweise gehört auch das dazu: Innenminister Nuñez hatte kurz zuvor vor dem Senat 36 Ermittlungsverfahren wegen mutmaßlicher Polizeigewalt bei Schülerprotesten eingeräumt [2]. Die große Mehrheit auf den Straßen war friedlich. Sie wollte bessere Schulen und bezahlbares Leben, sonst nichts.

Und trotzdem gehört ein Protest nicht automatisch denen, die ihn tragen.

Der Mechanismus geht so: Ein echtes Anliegen bringt Menschen auf die Straße. Die Masse bringt Aufmerksamkeit. Die Aufmerksamkeit baut eine Bühne. Und auf diese Bühne klettert eine kleine, gut vorbereitete Minderheit, die mit Schulen und Preisen nichts am Hut hat. Sie will Konfrontation. Ein eigenes Anliegen braucht sie dafür nicht. Sie nimmt sich einfach eines.

Und diese Minderheit ist kein Zufall. Meine Meinung: Wir sehen hier eine unheilige Allianz. Auf der einen Seite die gewaltbereite extreme Linke, die den Staat als Feind sieht. Auf der anderen Seite Islamisten, die eine große Portion Judenhass mitbringen und Verachtung für alles, was nicht ihren Werten entspricht. Und als Krönung obendrauf: eine Respektlosigkeit gegenüber Polizei, Nachbarn und Gemeinwesen, die keine Grenze mehr kennt. Daneben stehen die, die wegschauen und das Ganze immer noch „Protest" nennen. Wie diese Allianz funktioniert, zeige ich weiter unten.

Und wer sind die „Kriminellen", von denen die Regierung spricht? Das sagt kaum jemand laut. Ich habe nachgesehen. Bei den Unruhen 2023 waren fast vier von fünf Verurteilten Franzosen, drei Viertel in Frankreich geboren, die meisten junge Männer unter 25 aus den Vorstädten. Weniger als acht Prozent nannten den Tod von Nahel als Grund. Die meisten machten mit, weil es ging – aus Gelegenheit, Gruppendruck, Adrenalin [19]. Für Oktober 2026 beschreibt die Polizei dasselbe Bild: junge Männer aus Problemvierteln, die die Lage zum Plündern nutzen, daneben die Ultralinke und der Black Bloc [20].

Und dann ist da noch ein dritter Mitreisender im Pferd. Einer, der weder Politik noch Religion braucht. Er will nur mitnehmen. Am 17. Oktober und in der Nacht danach wurde auf der Pariser Avenue Montaigne die Boutique von Céline komplett verwüstet, bei Louis Vuitton gingen die Scheiben zu Bruch, auch Dior, Burberry und Kenzo wurden angegriffen. In Bordeaux wurde Louis Vuitton geplündert, in Lyon brannte Hugo Boss. AFP-Reporter sahen Gruppen vermummter Jugendlicher mit Taschen voller Luxusware. Insgesamt wurden nach Angaben der Regierung rund 3.000 Geschäfte beschädigt oder geplündert, der Handel spricht von mehreren hundert Millionen Euro Schaden [47]. Ein Polizeigewerkschafter nannte es „Plünderer der Gelegenheit" [20].

Für bessere Schulen wirft niemand die Scheibe bei Louis Vuitton ein. Hier wird ein Protest gekapert, um sich zu bereichern. Und jetzt sage ich, wie ich es sehe. Das waren keine Zufallsplünderer. Die sind organisiert und warten nur auf eine Gelegenheit. Sie kommen schnell, nehmen mit, was teuer ist, und verschwinden wieder in die Vororte. Und hinterher zeigen sie ihre Beute stolz in den sozialen Netzwerken. Das ist nicht nur mein Eindruck: Beteiligte filmten sich selbst beim Plündern, die Videos liefen mit Millionen Aufrufen. Über die Standortfunktion von Snapchat und Instagram orientierte man sich, über private Messenger wurde gemeldet, wo die Polizei steht. Ein französischer Senator brachte die Logik auf den Punkt: „Wenn man sich nicht filmt, lohnt es sich nicht" [56]. Teile der Beute tauchten danach auf Vinted und Leboncoin zum Verkauf auf [57].

Was dabei auffällt, und leider muss auch das gesagt werden: Es sind meistens Jugendliche und junge Erwachsene mit Migrationshintergrund. Das sehe ich in den Videos, das passt zu dem, was die Polizei über junge Männer aus den Problemvierteln sagt, und zu den Zahlen von 2023 [19][20]. Eine amtliche Zahl dazu gibt es nicht und wird es in Frankreich auch nicht geben, das habe ich oben erklärt. Deshalb steht es hier als das, was es ist: meine Beobachtung.

Das sind keine Gäste. Das sind oft Kinder und Enkel von Menschen, die vor Jahrzehnten kamen. In Europa geboren, nie angekommen. Das ist kein Problem der Grenze. Das ist ein Versagen der Integration, über Generationen.

Und jetzt meine Vermutung, ausdrücklich als Vermutung: Ich gehe davon aus, dass sich hier vieles vermischt und dass ein großer Teil derer, die kapern, plündern und zerstören, einen Migrationshintergrund hat. Belegen kann ich das nicht. Und ich glaube auch nicht, dass es je jemand belegen wird. Frankreich erhebt grundsätzlich keine Statistiken nach ethnischer Herkunft. Erlaubt sind höchstens Umwege wie die Frage, wo die Eltern geboren sind – und solche Angaben veröffentlicht bei Festnahmen niemand [21]. Wer in dritter Generation einen französischen Pass hat, taucht in keiner Zahl als Migrant auf. Genau das ist die unbequeme Wahrheit: Die Bilder gibt es, in Paris, in Brüssel, in Berlin, in vielen großen Städten Europas. Aber niemand zählt, niemand zeigt es, und kaum einer spricht es laut aus. Und was nicht gezählt wird, darüber lässt sich bequem schweigen. Ich würde mich gerne irren. Dann sollen sie die Zahlen auf den Tisch legen.

Am Morgen erinnert sich das Land an Schüler, Familien, Gewerkschafter. Am Abend nur noch an Molotowcocktails und Vermummte. Am nächsten Tag kennt niemand mehr die Forderungen der Mehrheit – nur die Gewalt der Minderheit.

Wer kapert, muss nicht gewinnen. Es reicht, wenn keiner mehr unterscheiden kann zwischen Anliegen und Angriff.

Die Griechen kamen nicht über die Mauer. Sie ließen sich hereintragen, versteckt in einem Geschenk. So funktioniert Kapern: Man kommt im Bauch eines fremden Anliegens. Das trojanische Pferd ist dabei nicht der Mensch, der protestiert, und auch nicht der, der nach Europa kommt. Es ist die Ideologie, die sich darin versteckt – und die Extremisten, die sie hineintragen.

Und das ist ein europäisches Bild. Am selben Wochenende gingen auch in Mailand und anderen Städten Norditaliens Tausende auf die Straße, gegen Kriege und steigende Lebenshaltungskosten [3]. Andere Länder, ähnliche Wut. Und wer genau hinschaut, erkennt das Muster auch bei uns in Deutschland.


3 · Die unheilige Allianz

Auf denselben Demonstrationen, in denselben Kanälen, mit denselben Feindbildern treffen sich Gruppen, die sich sonst nichts zu sagen hätten.

Der Verfassungsschutzbericht 2025 beschreibt, dass Islamisten und Linksextremisten auf denselben propalästinensischen Demonstrationen auftreten. Säkulare propalästinensische Extremisten wirken dabei als „Scharnier" zwischen beiden Lagern [4]. Der Berliner Senat nennt es „strategische Konvergenz ohne ideologische Fusion": keine gemeinsame Weltanschauung, aber ein gemeinsamer Feind – Polizei und Staat [5].

Europol geht noch einen Schritt weiter: Antisemitismus sei das verbindende Narrativ [6].

Damit ist nicht jeder gemeint, der die israelische Regierung kritisiert. Das wäre billig. Gemeint ist der Punkt, an dem Israel kein Staat mehr ist, sondern ein Sündenbock. Wo Juden in Berlin oder Paris für die Politik in Jerusalem haften sollen. Wo Gewalt gegen Juden plötzlich „Widerstand" heißt. Da hört Protest auf. Da fängt Hass an.

Und hier kommt mein zweiter Gedanke vom 17. Oktober. Ich sage ihn ehrlich, auch wenn er weh tut: Wenn ich sehe, dass Synagogen in Europa von der Polizei bewacht werden müssen, dass jüdisches Leben hinter Absperrgittern stattfindet, dann denke ich an den 9. November 1938. An die Reichspogromnacht. Und ich habe Angst vor der Antwort, wenn ich einen der letzten lebenden Holocaust-Überlebenden fragen würde, ob es damals so angefangen hat.

Ich weiß, wie schwer dieser Vergleich wiegt. Deshalb will ich ihn sauber führen. 1938 stand der Staat auf der Seite der Täter. SA und Hitlerjugend zerstörten 1.406 Synagogen und Betstuben, 191 davon gingen in Flammen auf. Rund 30.000 jüdische Männer wurden in Konzentrationslager verschleppt, über 1.500 Menschen starben an den Folgen [45]. Heute schützt der Staat jüdisches Leben, und das ist der entscheidende Unterschied. Aber 2025 zählte die Recherchestelle RIAS in Deutschland 8.725 antisemitische Vorfälle, knapp 24 am Tag, darunter 178 Angriffe [46]. Normal ist das nicht.

Und von wem kommt dieser Hass heute? Bei mehr als der Hälfte der Vorfälle weiß man es nicht. Bei den übrigen rund 3.700, die RIAS zuordnen konnte, kamen 2025 knapp 2.000 aus dem antiisraelischen Aktivismus, rund 500 aus dem links-antiimperialistischen Spektrum und rund 170 aus dem islamistischen. Aus dem rechtsextremen Spektrum kamen rund 800 [46]. Bei den Straftaten zählt die Polizei fast jede zweite antisemitische Tat inzwischen als israelbezogen [32]. Das heißt: Der Judenhass von rechts ist nicht verschwunden, er ist sogar gestiegen. Aber er ist nicht mehr der größte. Der größte kommt heute aus dem antiisraelischen Aktivismus und seinen Verbündeten – aus der Ecke, die sich selbst für die moralisch saubere hält.

Nicht gleichsetzen. Aber nicht wegschauen. Die Frage ist nicht, ob es schon 1938 ist. Die Frage ist, wer heute an der Seite der Juden steht. Und wer schweigt.

Meine Meinung: Diese Allianz lebt vom Ressentiment, nicht von Überzeugung. Der eine bringt den Hass mit, tief verwurzelt, als Narrativ, das er durchsetzen will. Der andere liefert die Bühne und die Empörung. Und am Ende laufen beide unter demselben Banner: gegen „das System".

Und jetzt ein bisschen Sarkasmus, weil man sonst verzweifelt. Stellen wir uns vor, die Allianz bucht eine Gruppenreise. Vorne der Antifa-Block mit roten Fahnen, dahinter „Queers for Palestine" mit Regenbogen und Glitzer. Alle zusammen auf Solidaritätsbesuch bei denen, deren Parolen sie in Berlin so tapfer mitrufen. Erste Station Gaza: Sex zwischen Männern steht dort unter Strafe, bis zu zehn Jahre Haft [22]. Weiter nach Teheran: Dort droht dafür die Todesstrafe, und sie wird vollstreckt [23]. Und der kommunistische Teil der Reisegruppe sollte vorher nachlesen, was die Islamische Republik 1988 mit ihren linken Gefangenen gemacht hat, als sie sie nicht mehr brauchte [24]. Es wäre ein Zirkus ohnegleichen. Nur würde in diesem Zirkus keiner lachen. Das wertvollste Stück im Gepäck wäre das Rückflugticket.

Im Ernst: Genau das macht diese Allianz so grotesk. Die einen marschieren für die, die sie als Erste verfolgen würden. Eine Freiheit, die man nur hier in Europa hat, verteidigt man nicht, indem man ihren Feinden applaudiert.

Und die Linke? Sie hat es versäumt, sich klar abzugrenzen. Wie tief der Riss geht, zeigte sich im Oktober 2024: Klaus Lederer, Elke Breitenbach, Carsten Schatz, Sebastian Schlüsselburg und Sebastian Scheel traten aus der Berliner Linken aus – im Streit um den Umgang der Partei mit Antisemitismus [7]. Das waren keine Hinterbänkler. Das waren ehemalige Senatoren und der langjährige Fraktionschef. Wenn die eigenen Leute gehen, weil die Partei keine klare Linie findet, dann ist das kein Betriebsunfall. Dann ist das ein Versäumnis.

Und dass das kein altes Thema ist, zeigte der Abend der Berliner Wahl am 20. September 2026. Auf der Wahlparty der Linken in Neukölln stand Issa Remmo, ein bekanntes führendes Mitglied eines der großen Berliner Clans. Die Partei sagt, er sei nicht eingeladen gewesen, die Party sei öffentlich, es gebe „weder politische noch persönliche Beziehungen" [48]. Gut. Aber er war nicht der Einzige. Laut Tagesspiegel waren auch zwei Männer aus einem weiteren Clan da, die Kandidaten interviewten. Ein Aktivist, der für die PFLP auftritt – in der EU als Terrororganisation gelistet –, posierte mit dem Linken-Bundestagsabgeordneten Ferat Koçak. Der frisch gewählte Neuköllner Bezirksverordnete Basem Said hatte am Wahltag einen Aufruf zur „Wahl-Intifada" geteilt. Und Koçak muss seiner Fraktion inzwischen Fragen zu seinen Kontakten zum Remmo-Clan beantworten [49].

Ein Clan-Chef auf einer öffentlichen Party ist noch kein Bündnis. Aber wenn an einem einzigen Abend Clan-Leute, ein PFLP-Aktivist und ein Aufruf zur „Intifada" zusammenkommen und die Partei hinterher erklärt, sie habe von nichts gewusst, dann ist das genau das Versäumnis, von dem ich spreche. Und dann braucht es eine Brandmauer nach links nicht nur auf dem Papier.

Fair bleibt: Auch das gehört zur Linken. Dass genau diese Leute aufgestanden sind.

Wer den Hass mitbringt, hat einen Namen. Den müssen wir aussprechen dürfen, ohne Millionen anderer mitzumeinen.


4 · Islamismus ist nicht Islam – aber er ist real

Erst das Wichtigste: Islam ist nicht Islamismus. Die allermeisten Muslime in Europa leben friedlich. Sie arbeiten, ziehen Kinder groß, beten, feiern, streiten, lieben – und wollen, was wir alle wollen: Sicherheit, Respekt, eine Zukunft.

Islamismus aber gibt es. Und er ist keine Erfindung rechter Panikmache.

Der Verfassungsschutz schätzt das islamistische Personenpotenzial in Deutschland für 2025 auf 28.645 Menschen. 9.110 davon gelten als gewaltorientiert. Die größte Strömung ist der Salafismus mit 11.200 Personen [8]. In Berlin wuchs die Szene auf 2.590, vor allem durch Salafisten [9].

Das sind keine 28.000 Terroristen und keine Verurteilten. Es sind Menschen, die der Verfassungsschutz extremistischen Bestrebungen zuordnet. Aber hinter der Zahl steht eine Ideologie, die Demokratie, Gleichberechtigung, Religionsfreiheit und das Existenzrecht Israels ablehnt.

Wie tödlich diese Ideologie ist, zeigt der lange Blick. Seit 2006 zählt Europol Terroranschläge in der EU. Von 2006 bis 2025 waren 218 davon dschihadistisch. Sie haben mindestens 414 Menschen getötet – fast neun von zehn aller Terror-Toten in der EU in diesen zwanzig Jahren. Zum Vergleich: Linksextreme und Anarchisten verübten im selben Zeitraum 499 Anschläge, mit zehn Toten. Rechtsextreme 50, mit zwölf Toten [50]. Paris, Brüssel, Nizza, Berlin. Die Liste der Städte ist eine Landkarte Europas.

Und der Berliner Verfassungsschutz sagt etwas, das viele nicht hören wollen: Online-Propaganda ist zum „zentralen Radikalisierungstreiber" geworden, vor allem bei jungen Menschen [9]. Die Prediger sitzen heute nicht mehr nur im Hinterhof. Sie sitzen im Feed. Mit kurzen Videos, mit Empörung, mit einfachen Antworten auf schwierige Fragen.

Meine Meinung: Es kommt in Wellen. Zuerst die vielen, die ankommen, sich integrieren, sich frei machen. Dann wächst der Hass, leise – im Netz, auf dem Schulhof, in geschlossenen Gruppen. Nicht bei allen. Nicht mal bei den meisten. Aber bei genug, um ihn beim Namen zu nennen.

Deshalb: null Toleranz für die Ideologie. Und es geht dabei nicht nur um Juden. Es geht um Christen – denken wir an den Priester Jacques Hamel, der 2016 in Saint-Étienne-du-Rouvray am Altar ermordet wurde, oder an die drei Menschen, die 2020 in der Basilika Notre-Dame in Nizza starben [58]. Es geht um Frauen, die selbst entscheiden wollen, wie sie leben. Um Homosexuelle. Um Abtrünnige. Um alle, die nicht glauben, was die Islamisten glauben. Es geht um das, was wir westliche Werte nennen: Freiheit, Gleichberechtigung, das Recht, anders zu sein.

Und es geht um noch etwas, das selten gesagt wird. Um die Fehlgeleiteten. Um die Jungen, die eingefangen und vergiftet wurden. Viele von ihnen können kein Arabisch, haben den Koran nie selbst gelesen und sind darauf angewiesen, dass ihnen jemand erklärt, was darin steht. Und genau da stehen die Hassprediger bereit und leiten sie angeblich mit den Worten Allahs. Pardon: Sie verleiten sie. Als 2016 Tausende Aufnahmebögen des „Islamischen Staats" bekannt wurden, waren rund 70 Prozent der ausländischen Rekruten darin mit nur „Grundkenntnissen" des islamischen Rechts eingetragen. Fünf Prozent galten als fortgeschritten [59]. Die meisten wussten also kaum etwas über die Religion, für die sie angeblich kämpfen wollten.

Ich bin bereit, auch sie Opfer zu nennen. Fehlgeleitete Schafe. Das entschuldigt keine einzige Tat. Wer zuschlägt, wer mordet, trägt die Verantwortung, ganz allein. Aber wer nur die Täter bekämpft und die Hirten in Ruhe lässt, wird jedes Jahr neue Herden bekommen.

Null Toleranz also für die Ideologie und ihre Prediger. Nicht für die Menschen, die glauben.

Zu unseren Werten gehören das Existenzrecht Israels und das friedliche Miteinander aller Religionen an einem Ort. Wer das bekämpft, hat hier nichts zu gewinnen.

Was folgt daraus? Für mich ein ganz einfacher Grundsatz.


5 · Der Gast-Grundsatz – und die ehrliche Zahl

Wer nach Europa kommt, ob als Geflüchteter, als Fachkraft oder als Student, soll willkommen sein. Aber willkommen heißt nicht regellos. Wer in einem Land lebt, das ihn schützt, ihm Bildung, Medizin, Sicherheit und Freiheit gibt, trägt Verantwortung.

Mein Grundsatz: Wer Gast ist, benimmt sich. Wer Gewalt bringt, verwirkt sein Bleiberecht. Nicht mehr, nicht weniger.

Dabei muss man ehrlich bleiben, in beide Richtungen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt: Die Gewaltkriminalität ist gesunken, um 2,3 Prozent bei den Fällen und 2,6 Prozent bei den Tatverdächtigen. Bei Zuwanderern sogar um 7,2 Prozent [10]. Gleichzeitig waren 42,9 Prozent der Tatverdächtigen bei Gewaltdelikten keine Deutschen [10] – bei einem Bevölkerungsanteil von rund 14 Millionen Ausländern unter gut 83 Millionen Einwohnern, also etwa jedem Sechsten [11].

Das ist eine deutliche Überrepräsentation. Und sie wegzureden, hilft niemandem.

Ich wollte wissen, wie sich diese Zahl zusammensetzt, und musste dafür gar nicht rechnen. Die Bundesregierung hat es auf eine Anfrage hin selbst ausgewiesen, als Belastungszahl: Gewalt-Tatverdächtige pro 100.000 Einwohner derselben Staatsangehörigkeit, 2025 [60]:

Staatsangehörigkeitpro 100.000
Deutsch158
Syrisch1.722
Irakisch1.512
Afghanisch1.508
Bulgarisch838
Serbisch772
Rumänisch571
Kosovarisch540
Türkisch514
Ukrainisch479
Polnisch391

Syrer, Iraker und Afghanen liegen also rund zehnmal so hoch wie Deutsche. Das sind überwiegend muslimisch geprägte Herkunftsländer, und viele kamen in den letzten zehn Jahren als Geflüchtete. Das muss man so sagen dürfen.

Aber dieselbe Tabelle zeigt auch: Bulgaren, Serben und Rumänen, aus überwiegend christlich geprägten Ländern, liegen drei- bis fünfmal so hoch wie Deutsche. Und Türken, aus einem muslimisch geprägten Land, aber oft seit Generationen in Deutschland, liegen niedriger als Bulgaren. Die Religion allein erklärt es also nicht. Was die Spitzengruppe verbindet, ist eher etwas anderes: sehr viele junge Männer, Krieg und Flucht im Gepäck, kein sicherer Status, wenig Arbeit, Sammelunterkünfte. Ich vermute, dass Religion und Ideologie bei einem Teil dazukommen. Belegen kann ich das mit dieser Statistik nicht – sie fragt nicht nach dem Glauben, und das sollte sie auch nicht.

Und zwei Einschränkungen gehören dazu: Tatverdächtig heißt nicht verurteilt. Und die Zahlen sind nicht nach Alter bereinigt. Würde man nur junge deutsche Männer mit jungen syrischen Männern vergleichen, wäre der Abstand kleiner. Wie viel kleiner, weiß ich nicht. Ich glaube aber, er wäre immer noch da.

Trotzdem: Wenn Menschen ohne den Pass eines EU-Staates Gewalt verüben, darf der Staat nicht danebenstehen. Ausweisung und Abschiebung sind keine rassistischen Wörter. Es sind Rechtsinstrumente. Und hier wird es interessant. 2025 wurden 22.787 Menschen abgeschoben. 34.448 Abschiebungen scheiterten [12]. Woran? Meist daran, dass die Person nicht angetroffen oder das Ersuchen storniert wurde. Am Widerstand der Betroffenen scheiterten nur rund 300 [12].

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Ich behaupte: Das ist zum Teil organisiert. Und es gibt Belege dafür. Nach Angaben der Gewerkschaft der Polizei scheitert in Berlin rund jede vierte geplante Abschiebung, weil die Betroffenen vorgewarnt werden. Aktivistengruppen werten Flugdaten aus, erkennen Charterflüge und verbreiten die Termine eine Woche vorher über Social Media und Messenger, unter Namen wie „Deportation Alarm" [61]. Wenn die Polizei dann kommt, ist niemand mehr da. Dazu kommt das Kirchenasyl: 2025 gab es 1.792 Fälle [62]. Ironischerweise sind das christliche Gemeinden, nicht Moscheen. Ob auch Moscheegemeinden oder Imame Menschen vor der Abschiebung verstecken, habe ich vermutet – einen Beleg dafür habe ich nicht gefunden. Also schreibe ich es auch nicht als Tatsache hin.

Aber das Unterstützungssystem gibt es, und wir können es uns nicht wegwünschen. Wer einer Behörde systematisch die Arbeit sabotiert, die ein Gericht angeordnet hat, muss dafür zur Verantwortung gezogen werden. Rechtsstaatlich. Mit klaren Gesetzen, nicht mit Empörung. Die Berliner CDU will genau das: Wer Abschiebetermine verbreitet, soll sich strafbar machen können [61]. Darüber kann man streiten. Aber man muss es endlich tun.

Das Gesetz ist also nicht das Problem. Das Problem ist der Vollzug.

Wer hier schwer straffällig wird, darf nicht darauf bauen, dass der Staat irgendwann müde wird. Wer unsere Grundordnung bekämpft, Juden bedroht, Frauen unterdrückt oder Gewalt als politisches Mittel feiert, darf nicht erwarten, dass Deutschland ewig stillhält.

Aber – und das ist mir wichtig: Deutsche Staatsbürger sind keine Gäste. Für sie gilt das Strafrecht, mit voller Härte. Wer den deutschen Pass hat, kann nicht ausgewiesen werden, und das Grundgesetz lässt eine Ausbürgerung nur in sehr engen Grenzen zu. Es gibt keine Bürger zweiter Klasse. Auch nicht für die, die wir nicht mögen.

Das alles erleben die meisten von uns nicht auf der Straße. Wir erleben es im Feed. Und der Feed hat seine eigenen Regisseure.


6 · Das zweite Pferd: der Feed

In den Tagen nach dem 17. Oktober habe ich selbst gesehen, wie schnell aus Wut ein Bild wird. KI-generierte Fotos eines brennenden Eiffelturms. Karussells mit Zahlen, die hinten und vorne nicht stimmten. Behauptungen, die beim Nachprüfen zerfielen. Und eine KI, die ohne Websuche einfach ablehnte, statt zu suchen.

Ich wollte wütend posten. Dann habe ich nachgeprüft. Die Wahrheit war eine andere – und trotzdem beunruhigend genug.

Das Gefährlichste an meinem Irrtum war gar nicht der Irrtum. Es war, wie gut er sich anfühlte. Ein klares Bild. Ein einfacher Feind. Eine Geschichte, die sofort Sinn ergibt.

Wut braucht Bilder. Manche werden genau dafür gebaut.

Und noch etwas wundert mich jedes Mal aufs Neue, weil ich Nachrichten in mehreren Sprachen lese: Dasselbe Ereignis wird in jedem Land anders erzählt. Was in Paris „Ultralinke und Kriminelle" sind, ist für die französische Linke eine Regierung, die allein schuld ist. Was in Mailand ein Protest gegen Kriege und Preise ist, taucht in Deutschland kaum auf. Manche Karussells in meinem Feed machten aus Schulprotesten einen Palästina-Aufstand, obwohl Gaza in keiner der Quellen vorkam. Das ist vollkommen schräg. Und es fängt nicht erst an der Landesgrenze an. Wer in Deutschland dieselbe Nachricht in einer Zeitung aus Bayern und einer aus Berlin liest, merkt es auch. Ein Europa, das nicht einmal dieselbe Geschichte über denselben Abend erzählt, kann sich schwer gemeinsam verteidigen.

Dass Russland die Krawalle in Frankreich gesteuert hat, dafür habe ich keinen Beleg. Also behaupte ich es nicht. Dass autoritäre Staaten Desinformation als Waffe einsetzen, Spaltung verstärken und Vertrauen in Institutionen untergraben, ist dagegen längst dokumentiert, etwa vom Auswärtigen Dienst der EU [53]. Den hybriden Krieg führt Russland in der Ukraine mit Panzern und Drohnen. In unseren Feeds läuft er über Algorithmen, gefälschte Bilder und empörte Karussells.

Das zweite Pferd steht nicht vor dem Tor. Wir halten es in der Hand. Es hat einen Bildschirm, eine Kamera und einen Button zum Teilen.

Und während wir scrollen, bauen wir Mauern. Nur leider an der falschen Stelle.


7 · Die Brandmauer

In Sachsen-Anhalt hat die AfD am 6. September 2026 43,8 Prozent geholt [13]. In Mecklenburg-Vorpommern wurde sie zwei Wochen später mit 38,2 Prozent stärkste Kraft, die CDU flog aus dem Landtag [14]. Das ist kein Rand mehr. In Sachsen-Anhalt ist das fast jede zweite Stimme.

Gleichzeitig hat das Verwaltungsgericht Köln im Februar 2026 entschieden: Die AfD darf vorerst nicht als „gesichert rechtsextremistisch" eingestuft werden. Das Gericht sieht aber verfassungsfeindliche Bestrebungen innerhalb der Partei, und sie bleibt Verdachtsfall [15].

Beides muss man aushalten. Ohne das eine gegen das andere auszuspielen.

Meine Meinung: Diese Brandmauer ist so unsinnig, dass es schmerzt. Man kann nicht große Teile der Bevölkerung entmündigen, nur weil einem ihr Kreuz nicht passt. Wenn vier von zehn Menschen eine Partei wählen, kann man sie nicht wegmauern. Man kann ihnen nicht sagen: Ihr habt gewählt, aber es zählt nicht. Das schwächt keinen Extremismus. Das lehrt nur, dass Demokratie gilt, solange das Ergebnis passt.

Jeder Gewählte arbeitet für das Volk, nicht für sich. Er darf eine Meinung haben. Aber er darf nicht vergessen, wer ihn auf den Sessel gesetzt hat, auf dem er sitzt. Die anderen Gewählten müssen den Schulterschluss suchen und einen gemeinsamen Nenner finden – auch wenn es weh tut.

Und noch etwas: Eine Brandmauer, die nur in eine Richtung steht, ist keine Mauer. Sie ist eine Tür. Wer nach rechts mauert und nach links alles durchlässt, auch dort, wo Antisemitismus mitmarschiert, misst mit zweierlei Maß. Also entweder weg damit. Oder eine zweite. Nach links.

Bevor mir jemand vorwirft, ich messe selbst mit zweierlei Maß: hier die Zahlen, alle. In Deutschland ist rechts motivierte Kriminalität mit 42.544 Fällen 2025 der größte Bereich, fast die Hälfte aller politischen Straftaten [25]. Rechte Gewalt hat seit 1990 nach Zählung der Bundesregierung über hundert Menschen getötet, nach Zählung der Amadeu Antonio Stiftung mindestens 220 [26]. NSU, Halle, Hanau. Das will ich nicht kleinreden, und das darf niemand.

Aber man muss genau hinschauen, was da gezählt wird. Der Großteil der rechten Fälle sind Propagandadelikte, vor allem Hakenkreuze und verbotene Symbole. 2025 waren es 25.098 von 42.544 rechten Straftaten, also fast sechs von zehn. Bei den linken Straftaten waren es 407 von 13.490 [30]. Bei der Gewalt sieht es anders aus: 2025 gab es 1.598 rechte und 1.087 linke Gewalttaten. Die linken sind gegenüber dem Vorjahr um gut 40 Prozent gestiegen, von 762 [30]. Rechts liegt vorn, aber nicht dreifach, sondern eher anderthalbfach. Und bis Ende 2023 galt eine Regel, die kaum jemand kennt: Antisemitische Straftaten, bei denen man nichts über die Täter wusste, wurden automatisch als „rechts" gezählt. Erst seit Januar 2024 ist das gestrichen [32]. Wer sich also jahrelang gewundert hat, warum fast jeder Judenhass in der Statistik von rechts kam, obwohl auf den Straßen andere Fahnen wehten – der hatte einen Grund. Bei Demonstrationen mit Nahost-Bezug sieht man es heute deutlich: 2025 wurden dort 979 antisemitische Straftaten „ausländischer Ideologie" zugeordnet, 125 religiöser Ideologie, 30 links – und 9 rechts [32].

Und dann sind da die Häuser. Die Rigaer 94 in Berlin-Friedrichshain, seit den Neunzigern teilbesetzt. Der Verfassungsschutz nennt sie den bedeutendsten „Freiraum" der linksextremistischen Szene Berlins [33]. Im Juni 2021 brauchte es rund tausend Polizisten, damit ein Gutachter den Brandschutz prüfen konnte. Die Beamten wurden mit Feuerlöschern, Flaschen und Pyrotechnik empfangen, im Haus lagen Steindepots, über 20 Polizisten wurden an diesem Tag verletzt, am Vortag mehr als 70 [34]. Ein Brandschutz-Termin. In Hamburg die Rote Flora, besetzt seit 1989. Die Innenbehörde selbst schreibt, sie sei immer wieder Ausgangspunkt oder Rückzugsraum für Gewalt im Schanzenviertel gewesen [35]. Seit 2014 gehört das Gebäude wieder der Stadt [36]. Wer räumt, braucht Tausende Beamte: Für den Köpi-Wagenplatz in Berlin waren es 2021 rund 2.000 [37].

Und rechts? Auch das gibt es, fairerweise. In Rom hält CasaPound seit über zwanzig Jahren ein staatliches Gebäude in der Via Napoleone III besetzt. Der Schaden wird auf vier Millionen Euro geschätzt, Anführer wurden verurteilt, geräumt ist es bis heute nicht [38]. In Mailand dagegen wurde im August 2025 das linke Leoncavallo nach Jahrzehnten geräumt [39]. Italien zeigt: Wegschauen funktioniert in beide Richtungen. Und Räumen auch.

Meine Meinung: Es ist Zeit für die unbequeme Frage. Warum duldet ein Rechtsstaat über Jahrzehnte Häuser, in denen Steine für den nächsten Polizeieinsatz gelagert werden? Wer eine Wohnung nicht bezahlt, steht nach ein paar Monaten auf der Straße. Wer ein Haus besetzt und Polizisten angreift, bekommt Kultstatus und eine Pressemitteilung. Das ist kein Freiraum. Das ist ein rechtsfreier Raum. Und der gehört geräumt – links wie rechts, in Berlin wie in Rom.

Aber: Die links motivierten Straftaten sind 2025 um 35 Prozent gestiegen, so stark wie in keinem anderen Bereich [25]. Europaweit zählt Europol für 2025 zwölf linksextreme und anarchistische Anschläge, elf davon ausgeführt – mehr als doppelt so viele wie rechtsextreme. Und die tödlichste Kategorie in Europa ist der Dschihadismus: 24 Anschläge, fünf Tote, 347 Festnahmen [27].

Und jetzt kommt der Witz an der Sache: Eine Brandmauer nach links gibt es sogar. Auf dem Papier. Die CDU hat 2018 beschlossen, Koalitionen und „ähnliche Formen der Zusammenarbeit" mit der Linkspartei genauso abzulehnen wie mit der AfD [28]. Gelebt wird nur die eine Hälfte. In Thüringen arbeiten CDU und Linke seit Jahren praktisch zusammen [29]. Nach rechts Beton. Nach links ein Gartenzaun mit Tür.

Und die Abgrenzung nach links ist nicht nur eine Frage von Koalitionen. Es gibt in Deutschland einen Verein namens Rote Hilfe. Er unterstützt Menschen, die wegen linker Taten vor Gericht stehen, mit Geld und Anwälten. Laut Satzung ist dabei „allein die politisch linke Motivation der Tat" ausschlaggebend. Der Verfassungsschutz beobachtet ihn als linksextremistisch, bundesweit mit rund 14.400 Mitgliedern, in Berlin die mit Abstand größte linksextremistische Organisation [51]. Elif Eralp, die Berliner Spitzenkandidatin der Linken, war jahrelang Mitglied und trat 2025 aus. Und als das im Wahlkampf Kritik auslöste, trat Sören Pellmann, einer der beiden Chefs der Linksfraktion im Bundestag, Anfang Oktober 2026 demonstrativ ein [51]. Noch 2019 führte der Verfassungsschutz außerdem vier Strömungen innerhalb der Partei selbst als extremistisch, darunter die Kommunistische Plattform [52].

Das ist kein Beweis dafür, dass eine Partei Anschläge plant. Das behaupte ich nicht. Aber es zeigt ein Unterstützungssystem: Wer auf der Straße Gewalt ausübt, weiß, dass hinter ihm jemand steht, der den Anwalt zahlt. Und Spitzenpolitiker stellen sich demonstrativ dazu. Stellen wir uns denselben Fall rechts vor: ein vom Verfassungsschutz beobachteter Verein, der rechte Gewalttäter vor Gericht unterstützt, und der Fraktionschef einer Bundestagspartei tritt ein. Die Empörung wäre zu Recht riesig. Links reicht es für ein paar Schlagzeilen und ein Schulterzucken. Das ist zweierlei Maß.

Rechts ist gefährlich. Links wächst. Der Islamismus tötet in Europa am häufigsten. Eine Mauer, die nur eines davon sieht, schützt uns nicht.

Die Gegenseite will ich fair stellen: Entmündigt wird formal niemand. Die Stimmen zählen, die Sitze sind da. Koalitionen sind freiwillig, und auch die Mehrheit, die anders gewählt hat, ist das Volk. Und wer mit einer Partei verhandelt, in der ein Gericht verfassungsfeindliche Bestrebungen sieht, muss das begründen können. Meine Antwort: Gerade deshalb gehört die Auseinandersetzung ins Parlament, in die Sache, ins Licht. Hinter der Mauer wächst sie nur.

Mauern nach innen helfen nicht. Was Europa braucht, ist eine Grenze nach außen. Und ein Rückgrat nach innen.


8 · Aufwachen – mein Impuls: Eins zu Zehntausend

Europa ist nicht zu freundlich. Es ist zu konfliktscheu. Es hat zu oft keine Grenze gezogen, weil es sich den Streit sparen wollte. Und wenn es dann doch handelt, dann mit Gipfeln, Papieren und Fristen, die keiner einhält.

Dabei ist vieles schon da. Seit dem 12. Juni 2026 gilt der neue EU-Asylpakt: erstmals gemeinsame Regeln für Grenzkontrollen, Asylverfahren und Solidarität [40]. Frontex hat eine Ständige Reserve, die bis 2027 auf 10.000 Beamte wachsen soll. Anfang 2026 waren es rund 7.000 [41]. Die Kommission will sie auf 30.000 verdreifachen. Beschlossen ist das nicht [41].

Und dann die Wirklichkeit: Für 2026 sollten 21.000 Schutzsuchende solidarisch verteilt werden. Zugesagt hat Europa nicht einmal die Hälfte. Ungarn und die Slowakei: null [40]. So sieht europäische Solidarität aus, wenn man sie sich aussuchen darf.

Deshalb mein Impuls. Ganz einfach, damit man ihn sich merken kann:

Das klingt klein. Ist es aber nicht. Bei rund 450 Millionen Europäern sind das 45.000 Frauen und Männer – mehr als die 30.000, über die Brüssel seit Jahren nur redet. Deutschland stellt 8.300, Frankreich rund 6.800, Polen rund 3.700, Malta 55. Jeder sieht sofort, was er schuldet. Und jeder sieht sofort, wer nicht liefert.

Damit das funktioniert, gehören drei Sätze dazu. Mehr nicht:

  1. Wer kommt, wird geprüft. An der Außengrenze, schnell, fair, nach demselben Recht in Lissabon wie in Warschau.
  2. Wer bleiben darf, wird angenommen. Mit Sprache, Arbeit, Pflichten. Wir haben in Kapitel 2 gesehen, was passiert, wenn man das über Generationen versäumt.
  3. Wer gehen muss, geht. Nicht irgendwann. Wir haben in Kapitel 5 gesehen, dass Abschiebungen meist nicht am Widerstand scheitern, sondern an Behörden, die niemanden antreffen.

Und weil Härte ohne Recht nur Willkür ist: Der Grundrechtsbeauftragte von Frontex kann heute Missstände melden, aber keinen Einsatz stoppen [42]. Das muss sich ändern. Wer an der Grenze Europas Gesetz durchsetzt, muss sich selbst an Europas Gesetz halten. Härte an der Grenze. Recht an der Grenze. Beides, oder keines.

Und zuletzt das, was mich durch den ganzen Text begleitet hat: Was nicht gezählt wird, darüber lässt sich bequem schweigen. Also zählen wir. Jedes Land veröffentlicht einmal im Quartal drei Zahlen: wie viele Grenzschützer es gestellt hat, wie viele Menschen es aufgenommen hat und wie viele Ausreisepflichtige tatsächlich ausgereist sind. Öffentlich, vergleichbar, für jeden lesbar. Ein Zeugnis für jedes Land. Dann muss keiner mehr raten, keiner mehr vermuten. Auch ich nicht.

Wie nötig das ist, habe ich bei der Recherche zu diesem Text selbst gemerkt. Ich wollte linke, rechte und islamistische Gewalt in zehn europäischen Ländern vergleichen. Es geht nicht. Jedes Land zählt anders, viele zählen gar nicht. Was es gibt, ist die Anschlagsstatistik von Europol: 45 Anschläge 2025 in zehn Staaten, die meisten in Frankreich (14), Italien (11) und Österreich (7). Und schon diese drei Länder zeigen, wie verschieden Europa brennt: In Frankreich waren zehn der Anschläge dschihadistisch, vier rechtsextrem. In Österreich alle sieben dschihadistisch, in Deutschland alle vier. In Italien dagegen alle elf linksextrem oder anarchistisch [43]. Und es gibt die Lagebilder der Geheimdienste – von Kopenhagen bis Wien mit derselben Reihenfolge: Islamisten zuerst, dann Rechtsextreme, Linksextreme deutlich dahinter [44]. Europa hat einen gemeinsamen Binnenmarkt, eine gemeinsame Währung, sogar ein gemeinsames Ladekabel fürs Handy. Aber keine gemeinsame Zahl dafür, wer seine Werte angreift.

Das ist kein fertiges Gesetz. Es ist ein Gedankenmodell, wie in „Europa im Ausverkauf" [17]. Ein Impuls. Wer ihn besser machen kann, soll es tun.

Vor knapp einem Jahr habe ich geschrieben, dass Europa müde wirkt. Heute glaube ich: Es ist nicht müde. Es schläft.

Und Schlaf ist gefährlich, weil er bequem ist. Man hört nichts mehr. Man sieht nur noch, was einem gezeigt wird.

Eins zu Zehntausend. Damit fängt Aufwachen an.


9 · Schluss: Was ich neu denken musste

Am 5. November 2025 habe ich über „Europa im Ausverkauf" geschrieben [17]. Damals ging es um Pakete aus China, um Billigware, um eine Wirtschaft, die Regeln verteidigt, während andere Märkte bauen. Heute geht es um mehr: ob wir unsere Werte noch verteidigen, wenn es unbequem wird.

Wo habe ich mich geirrt? Ich dachte, Frankreich brennt wegen Palästina. Es brannte, weil Schulen, Preise und Wut zusammenkamen – und weil andere das genutzt haben. Meine Lektion: Nicht jede Empörung im Feed ist eine Erklärung.

Wo bin ich schärfer geworden? Bei der Frage, wer Proteste kapert. Bei der Unterscheidung zwischen Islam und Islamismus – verwechseln dürfen wir sie nicht, benennen müssen wir sie trotzdem. Bei der Brandmauer, die Millionen das Gefühl gibt, nicht gehört zu werden. Und bei der Frage, ob ein Staat, der Gesetze hat und sie nicht durchsetzt, noch ein Rechtsstaat ist.

Die Gegenstimmen gehören dazu. Die meisten im Oktober waren friedlich. Nicht jeder, der Israels Regierung kritisiert, ist Antisemit. Nicht jeder Migrant ist kriminell. Nicht jeder Muslim ist Islamist. Und der Kampfbegriff „Islamo-gauchisme" darf nicht dazu dienen, jede linke Position zu diffamieren – selbst Frankreichs Forschungszentrum CNRS hält ihn für keinen wissenschaftlichen Begriff [18].

Mitgefühl mit den Zivilisten in Gaza und Härte gegen Extremisten schließen sich nicht aus. Sie gehören zusammen. Wer Menschenrechte für alle gelten lässt und nicht nur für die eigenen Leute, hat verstanden, was Europa sein soll.

Ein Bild aus diesen Tagen geht mir nicht aus dem Kopf. Ich habe es für mein Karussell bauen lassen [63], es ist eine KI-Illustration, kein Foto. Aber es könnte in jeder dieser Städte entstanden sein: Am Morgen danach steht ein Ladenbesitzer vor seiner Tür. Elf Sterne verkohlt. Einer glüht noch.

Das Pferd steht in der Stadt. Wir können so tun, als wäre es ein Geschenk. Oder wir wachen auf.

Wo ziehst du die Grenze?


Quellen

  1. Frankreich: ZDFheute, 19.10.2026 (2.331 Gewahrsamnahmen, 997 verletzte Sicherheitskräfte) · https://www.zdfheute.de/politik/ausland/frankreich-proteste-gewalt-randalierer-macron-nunez-100.html · Europe 1, 19.10.2026 (2.397 Festnahmen) · https://www.europe1.fr/police-justice/emeutes-du-17-octobre-quel-est-le-profil-des-casseurs-interpelles-par-les-forces-de-lordre-1161093 · Die Zeit (550.000 / 110.000; Lecornu „Ultralinke") · https://www.zeit.de/politik/ausland/2026-10/proteste-frankreich-ausschreitungen-paris-sebastien-lecornu-ultralinke-gruppe-gxe · Zitate Macron „Republik stürzen" und Mélenchon: Al Jazeera / Reuters 18.10.2026
  2. Euronews, 17.10.2026 · https://de.euronews.com/2026/10/17/frankreich-rustet-sich-fur-protesttag-sicherheitslage-im-fokus
  3. Norditalien: Al Jazeera, Okt. 2026 ·
  4. Bundesamt für Verfassungsschutz, Verfassungsschutzbericht 2025, S. 62–65 · https://verfassungsschutzberichte.de/pdfs/vsbericht-2025.pdf
  5. Abgeordnetenhaus Berlin, Drs. 19/24667 · https://pardok.parlament-berlin.de/starweb/adis/citat/VT/19/SchrAnfr/S19-24667.pdf
  6. Europol, TE-SAT 2026, S. 14 · https://www.europol.europa.eu/cms/sites/default/files/documents/EU-TE-SAT-2026.pdf
  7. Berliner Zeitung, 23.10.2024 · https://www.berliner-zeitung.de/article/berliner-linke-klaus-lederer-und-weitere-ex-senatoren-verlassen-partei-2265470
  8. BfV, Zahlen und Fakten Islamismus · https://www.verfassungsschutz.de/DE/themen/islamismus-und-islamistischer-terrorismus/zahlen-und-fakten/zahlen-und-fakten_node.html
  9. Senat Berlin, Verfassungsschutzbericht 2025 · https://www.berlin.de/sen/inneres/verfassungsschutz/aktuelle-meldungen/2026/artikel.1676481.php
  10. BKA, PKS 2025, 20.04.2026 · https://www.bka.de/DE/Presse/Listenseite_Pressemitteilungen/2026/Presse2026/260420_PM_PKS_SKiD.html
  11. Destatis, Ausländerzentralregister 31.12.2025 · https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Migration-Integration/_inhalt.html
  12. Deutscher Bundestag, Drs. 21/4403 · https://dserver.bundestag.de/btd/21/044/2104403.pdf
  13. bpb, Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026 · https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/581006/landtagswahl-in-sachsen-anhalt-2026-afd-staerkste-kraft/
  14. bpb, Landtagswahl Mecklenburg-Vorpommern 2026 · https://www.bpb.de/kurz-knapp/hintergrund-aktuell/581565/landtagswahl-in-mecklenburg-vorpommern-2026/
  15. ZDFheute, 26.02.2026 · https://www.zdfheute.de/politik/deutschland/afd-gericht-einstufung-rechtsextrem-100.html
  16. Alexandre Zellermayer, „Europa im Ausverkauf", 5.11.2025 · https://www.linkedin.com/pulse/europa-im-ausverkauf-und-warum-wir-endlich-wieder-uns-zellermayer-h89ie
  17. CNRS, Stellungnahme 17.02.2021 · https://rehve.fr/wp-content/uploads/CNRS_20210217_Islamogauchisme.pdf
  18. L'Essor, 13.09.2023 (Bericht IGA/IGJ, 385 Verurteilte, via AFP) · https://lessor.org/societe/le-profil-des-emeutiers-interpelles-apres-la-mort-du-jeune-nahel-fin-juin/
  19. Europe 1, 19.10.2026 · https://www.europe1.fr/police-justice/emeutes-du-17-octobre-quel-est-le-profil-des-casseurs-interpelles-par-les-forces-de-lordre-1161093
  20. Frankreich, ethnische Statistiken: Conseil constitutionnel Nr. 2007-557 DC; CNIL-Empfehlung Juni 2025 (Einordnung CMS) · https://cms.law/en/fra/news-information/la-mesure-de-la-diversite-ethnique-en-entreprise-est-elle-vraiment-interdite
  21. Human Dignity Trust, Länderprofil Palästina (Gaza: Criminal Code Ordinance 1936, § 152(2)) · https://humandignitytrust.org/country-profile/palestine
  22. Human Dignity Trust, Länderprofil Iran (Strafgesetzbuch 2013) · https://www.humandignitytrust.org/country-profile/iran/
  23. Amnesty International, 04.12.2018 („Blood-soaked secrets", Massenhinrichtungen 1988) · https://www.amnesty.org/en/latest/press-release/2018/12/iran-committing-crimes-against-humanity-by-concealing-fate-of-thousands-of-slaughtered-political-dissidents/
  24. bpb, BKA-Bericht PMK 2025 · https://www.bpb.de/kurz-knapp/taegliche-dosis-politik/578846/bericht-des-bka-zur-politisch-motivierten-kriminalitaet/
  25. bpb, NSU-Komplex / Todesopfer rechter Gewalt · https://www.bpb.de/themen/rechtsextremismus/nsu-komplex/573902/der-nationalsozialistische-untergrund-eine-dis-kontinuitaet-rechtsextremistischer-gewalt/
  26. Europol, TE-SAT 2026, S. 19 und 21 · https://www.europol.europa.eu/cms/sites/default/files/documents/EU-TE-SAT-2026.pdf
  27. CDU, Beschluss vom 08.12.2018 · https://archiv.cdu.de/system/tdf/media/dokumente/cdu_deutschlands_unsere_haltung_zu_linkspartei_und_afd_0.pdf?file=1
  28. Tagesschau, Aug. 2026 (Ramelow, CDU/Linke) · https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/ramelow-linke-cdu-sachsen-anhalt-100.html
  29. BKA, Bundesweite Fallzahlen PMK 2025 und 2024 (Factsheets, Tabellen 1, 2, 9) · https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/UnsereAufgaben/Deliktsbereiche/PMK/2025PMKFallzahlen.pdf · Spiegel: https://www.lsvd.de/media/doc/2445/2025pmkfallzahlen.pdf
  30. Deutscher Bundestag, Drs. 21/5653, 27.04.2026 · https://dserver.bundestag.de/btd/21/056/2105653.pdf
  31. BfV, „Hohes Gewaltpotenzial im Kampf um linksextremistische Freiräume", 24.06.2025 · https://www.verfassungsschutz.de/SharedDocs/hintergruende/DE/linksextremismus/hohes-gewaltpotenzial-im-kampf-um-linksextremistische-freiraeume.html
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  52. Toute l'Europe, Juli 2026 (Berufungsurteil Le Pen, 07.07.2026) · https://www.touteleurope.eu/vie-politique-des-etats-membres/proces-des-assistants-du-rn-marine-le-pen-condamnee-en-appel-mais-eligible-a-l-election-presidentielle-2027/
  53. Public Sénat, 25.11.2025 (Odoxa, 2. Wahlgang Bardella) · https://www.publicsenat.fr/actualites/politique/sondage-jordan-bardella-remporterait-la-presidentielle-2027-quel-que-soit-son-adversaire
  54. Public Sénat, 19.10.2026 („Après les pillages du 17 octobre, faut-il couper les réseaux sociaux ?") · https://www.publicsenat.fr/actualites/politique/apres-les-pillages-du-17-octobre-faut-il-couper-les-reseaux-sociaux
  55. franceinfo, Okt. 2026 (Weiterverkauf auf Vinted/Leboncoin) · https://www.franceinfo.fr/societe/mobilisation-du-17-octobre/des-objets-voles-lors-des-pillages-du-17-octobre-revendus-en-ligne-la-plateforme-vinted-assure-appliquer-une-tolerance-zero_8243857.html
  56. Anschläge Saint-Étienne-du-Rouvray (26.07.2016) und Nizza Notre-Dame (29.10.2020)
  57. Associated Press, 15.08.2016 (Auswertung von ca. 4.030 IS-Aufnahmebögen, via Global News) · https://globalnews.ca/news/2882884/islamic-state-preys-on-the-religiously-ignorant-according-to-leaked-documents
  58. Deutscher Bundestag, hib / Drs. 21/5881, 08.05.2026 (Tatverdächtigenbelastungszahlen Gewaltkriminalität 2025) · https://www.bundestag.de/presse/hib/kurzmeldungen-1178800 · https://dserver.bundestag.de/btd/21/058/2105881.pdf
  59. Tagesspiegel, 05.07.2025 (GdP: jede vierte Abschiebung scheitert an Vorwarnung; CDU-Vorstoß) · https://www.tagesspiegel.de/berlin/missbrauch-von-vertraulichen-informationen-berliner-cdu-will-fluchtlingsaktivisten-bestrafen-die-abschiebungen-verraten-13973525.html
  60. evangelisch.de (epd), 12.09.2026 (Kirchenasyl-Zahlen der Bundesregierung) · https://www.evangelisch.de/inhalte/259056/12-09-2026/bundesamt-erkennt-kirchenasyle-selten-als-hartefalle
  61. Nur Ein Typ auf Instagram, Karussell „Europa · Okt. 26" · https://www.instagram.com/p/DerHGkeEf1u/?img_index=1